Die Götter

Tausend Götter und mehr werden in Toraja verehrt. Jedes Volk kennt die Namen seiner eigenen Götter. Die Menschen, deren Ahnen Tempelpaläste für die Altvorderen errichten mussten, errichten heute freiwillig Tempel für die Götter. Doch seit vielen Generationen hat niemand mehr einen leibhaftigen Gott gesehen. Seit die Menschen begonnen haben, ihre Geschichte niederzuschreiben, gab es keine Berichte über am Himmel reitende Götter, jedenfalls keine die bezeugt wurden. Wer den Göttern lästert, wird verachtet - von manchen jedenfalls. Kein Blitz vom Himmel straft den Frevler. Kein Lichtschein vom Himmel heilt den Kranken. Kein Segen erbarmt sich des aufrechten Mannes, dessen Kehle von einem habgierigen Räuber aufgeschlitzt wird.

Und doch: Der Glaube an die Götter ist ungebrochen. Die Menschen glauben an ihre Götter, vielleicht gerade weil sie nicht wissen. Die Altvorderen, die Geister, das sind die greifbaren Götter, ihre Existenz ist gewiss. Vielleicht inspiriert gerade die Ungewissheit der göttlichen Existenz den festen Glauben. Und es heißt, dass wahrer Glaube das einzige ist, was die Verderbnis reinigen kann.


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