Tagstern und nachtsonne

In der Antike glaubte man, der Sonnengott Phabis umkreise die Toraja und spende am Tag Licht und Wärme. Doch die Sonne ist nicht das einzige helle Gestirn am torajanischen Himmel: Vom Spätherbst bis zum Frühling erstrahlt ein heller Tagstern am Firmament, den man in der Antike „Asiranas' Fackel“ nannte.

Vom Frühjahr bis in den Herbst hinein erstrahlt des Nachts am Himmel die Nachtsonne, die man in der Antike Irdenis nannte (nach der Zwillingsschwester des Phabis). Sie strahlt des Nachts heller als der Vollmond und stürzt die Toraja in eine dunkelblaue Nacht, in der die Menschen problemlos sehen und sogar ohne künstliche Beleuchtung lesen können. Die aber auch die Navigation nach den Sternen erschwert, da nur wenige, sehr helle Sterne überhaupt erkennbar sind.

Daher wird die erste Jahreshälfte auch seit ältester Zeit das „Helle Jahr“ genannt, während die zweite Hälfte das „Dunkle Jahr“ genannt wird. 

In der Antike war noch unbekannt, dass Tagstern und Nachtsonne den selben Ursprung hatten: eine zweite Sonne.